Prolog
Ich bitte die Leser dieses Blogs um Verständnis, da die Verfasserin das korrekte Gendern zum Wohle der Lesbarkeit des Textes unterlassen hat. Seht es mir, als noch ungeübten Blogger, bitte nach.
Alle beschriebenen Personen sind, zumindest ein bisschen, frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten zu bekannten Personen sind rein zufällig und sind vielleicht der Objektivität des entsprechenden Beitrags geschuldet.
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Mein erstes Thema, setzt sich mit einer, in meiner Heimat „Unterfranken“ nicht selten anzutreffenden Spezies auseinander: die des Franken.
Vielleicht kann dieser Beitrag dem ein oder anderen Besucher Frankens und/oder unseres Ferien- bzw. Zu-Hause-auf-Zeit-Appartments „Schlafplatz – Deine Herberge“ von Nutzen sein.
Ideen oder Anregungen für weitere, tiefer gehende Recherchen zu diesem Thema nehme ich sehr gerne und mit Neugier entgegen.
Der Franke
Ja, es gibt ihn wirklich: den „VHF = Verus Humanus Frankonus“ , also den waschechten Franken.
Was diese, in Franken sehr häufig bis hin zu ausschließlich auftretenden Spezies ausmacht? Nun, eine Generalisierung gestaltet sich einigermaßen schwierig, sind doch die Merkmale per se zu vielfältig und, je nach Individuum, mehr oder weniger stark ausgeprägt.
Grundsätzlich ziehen sie sich über alle Lebensbereiche hinweg und zeigen erst in der Totale das wahre Ausmaß der Eigenheit.
Dies kann für den Ungewohnten befremdlich wirken und die geneigte Schreiberin muss es wissen, ist sie doch von Geburt an Fränkin, wurde darüber hinaus von fränkischen Eltern aufgezogen, deren Eltern und Großeltern die attraktive bayerische Region ebenfalls von Geburt an ihre Heimat nannten.
Jedenfalls könnten diese liebenswerten fränkischen Schrullen den unbedarften Außenstehenden zunächst etwas seltsam anmuten. Zumindest anfänglich. Dann aber zugegebenermaßen einigermaßen eindrucksvoll.
Um neu Zugereisten (falls Sie hierzu zählen, bitte ich den geneigten Leser, dazu auch das bald folgende Kapitel „Neu-Franke“zu lesen), Urlaubern oder aus anderen Gründen Ansässigen die ersten Jahre im wunderschönen Frankenland zu erleichtern, finden sich hier, in rein gar nicht alphabetischer Reihenfolge, die, nun, nennen wir es, am häufigsten anzutreffenden Eigenheiten des Langzeit-Franken. (Es sei darauf hingewiesen, dass auch bei kurzzeitig in Franken Lebenden, gewisse, einschlägig bekannte Franken-Schrullen bereits schon nach wenigen Tagen beobachtet wurden. Seien Sie also auch als Urlauber gewarnt).
1. Fränkische Gastgeber/Einladung
Die Einladung eines Franken zu erhalten, ist vom Grunde her ein Ritterschlag, denn ein Franke wird nur denen seine Gastgeberschaft zuteil werden lassen, denen er aus vollem Herzen zugetan ist.
Es empfiehlt sich aber, sich sowohl physisch als auch psychisch auf eine solche Einladung vorzubereiten.
Der gemeine Franke ist von Geburt an ein Vollblutgastgeber und liebt es, Gäste zu bewirten. Und wenn er bewirtet, dann bewirtet er.
Sprich: Die Auswahl und besonders die Menge der kredenzten Speisen, sollten allen eventuell durch den Gast vorab durchlittenen oder derzeit durchlebenden Szenarien wie jahrelange Entbehrungen und Hungersnöte oder simplen, individuellen Abneigungen in jedem Fall und koste es was es wolle standhalten. Oder anders gesagt: der gedeckteTisch muss sich angesichts der kaum zu fassenden Menge der aufgetragenen Schüsseln und Platten unbedingt biegen.
Während des üppigen Mahls wird sich in regelmäßigen Abständen die Stimme des motivierten Gastgebers über die in seiner schweren Last nahezu zusammen brechenden Tafel in drei, fließend ineinander übergehenden Phasen vernehmen lassen:
Phase 1 oder Hinweisphase:
Einzelne Komponenten der in seinem Variantenreichtum möglicherweise unübersichtlichen Auswahl werden hervorgehoben. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
„Also hinten links sin noch Vollkornnudeln und die hausmacher Spätzle nach´m Rezept von der Oma sin danebe. Die mögt Ihr doch so gern“. „Der Krustenbrate is mir diesmal nit so gut gelunge. Ich hab deshalb noch´n Sauerbrate und e Lendche gemacht!“
Phase 2 oder Verführphase:
Zum Probieren aller Varianten wird angeregt. Dies kann zu einem fließenden Übergang von Phase 1 zu Phase 2 führen:
„Bis jetzt hatt´ste nur die Krumbernknödel, gell? Willste die Semmelknödel oder die böhmische nit auch mal probiern?“ „Der Krustebrate ist mir diesmal nit so gut gelunge. Ich hab deshalb noch ´n Sauerbrate und e Lendche gemacht. Ganz zoart! Des müsst´er unbedingt probier´n!“
Phase 3 oder Moralphase:
Zum Aufessen aller, aber wirklich aller auf dem Tisch befindlichen Speisen wird unter Zuhilfenahme von mehr oder minder starkem moralischen Druck angeregt. Hier gehen zumeist Phase 1, 2 und 3 fließend ineinander über:
„Gell, es schmeckt nit? Du hatt´st ja bislang nur drei Semmelknödel und e Hand voll Nudele. Den Rindsbrate haste noch gar nit versucht. Gell, den magste nit?“
„Die Vollkornnudeln und de Krustenbrate hab ich nur wege Dir g´macht.“ „Nimmt doch einer noch den letzte Semmelknödel. Is doch zu schad´ zum Wegschmeißen und morgen mag ´ en keiner mehr.“
WARNUNG:
Es kann vorkommen, dass der Gastgeber, da sich noch zu viele Speisen in seinem Eigenheim stapeln, zu einem Resteessen einlädt. Doch Vorsicht: Damit das Resteessen nach fränkischer Tradition mindestens ebenso üppig wie das vorhergehende Mahl ausfällt, kann es zum neuerlichen Auffüllen der bereits vorliegenden Leerstände oder zu Neukreationen durch den eifrigen Gastgeber kommen.
Es empfiehlt sich also
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bereits bei der ersten Einladung den entsprechenden Hunger mitzubringen
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eventuelle Anfragen des Gastgebers, übrig gebliebene Speisen mit nach Hause zu nehmen, unbedingt anzunehmen
